Warum Mantra-Singen
Was bedeutet "im Mantra zu ruhen"?
Im Mantra ruhen heißt, im Geräusch selbst, also in der Erfahrung von Laut und Leerheit, Schwingung und Raum zu verweilen, jenseits von Erwartung und Befürchtung. Man verliert sich drin. Die Schwingung hat dann weder Mitte noch Grenze, ist uferlos. Hier ist vor allem das OM MANI PADME HUNG sehr bekannt, dessen sechs Silben die sechs Störgefühle entfernt, und die 100 Silben von Diamantgeist, die 100 reinigende Buddha-Familien herbeirufen. Wiederholen viele Leute ein Mantra, schwingt und summt alles und der heutige Mensch, der innerlich stille Zeit sucht, findet diese hier, während zugleich unterbewusst viele überpersönlichen Knöpfe gedrückt werden.
Achtsamkeit
Weder das rein intellektuelle Erfassen der Buddha-Lehre noch das Befolgen ihrer ethischer Richtlinien allein sind für eine erfolgreiche Praxis ausreichend. Im Zentrum des Buddha-Dharma stehen daher Meditation und Achtsamkeitspraxis. Von der Atembeobachtung über die Liebende-Güte-Meditation, Mantra-Rezitationen, Gehmeditation, Visualisierungen bis hin zu thematisch ausgerichteten Kontemplationen haben die regionalen buddhistischen Schulen eine immense Vielzahl verschiedener Meditationsformen entwickelt. Ziele der Meditation sind vor allem: Sammlung und Beruhigung des Geistes (samatha), das Trainieren klar-bewusster Wahrnehmung, des "tiefen Sehens" (vipassana), das Kultivieren von Mitgefühl mit allen Wesen, die Schulung der Achtsamkeit sowie die schrittweise Auflösung der leidvollen Ich-Verhaftung.
Achtsamkeit (auch Bewusstheit, Vergegenwärtigung) ist die Übung, ganz im Hier und Jetzt zu verweilen, alles Gegenwärtige klarbewusst und nicht wertend wahrzunehmen. Diese Hinwendung zum momentanen Augenblick erfordert volle Wachheit, ganze Präsenz und eine nicht nachlassende Aufmerksamkeit für alle im Moment auftauchenden körperlichen und geistigen Phänomene.
Was ist ein Mantra?
Das Wort «mantra» stammt von den Sanskritworten manas für «Verstand» und trai für «schützen» oder «befreien von» ab. Die wörtliche Bedeutung von Mantra ist daher «durch den Verstand befreien». Das Mantra ist ein Verstandeswerkzeug, das uns aus unseren Denkmustern und den Fesseln vorbestimmter Lebensumstände befreien kann. Die Mantratechnik als Weg zur Freiheit ist spannend und lohnend zugleich; sie führt über den gewöhnlichen Alltag hinaus zur ursprünglichen Natur und Einheit des Bewußtseins.
Durch die Mantratechnik oder andere spirituelle Übungen zur Steigerung der Geisteskräfte, besonders im Rahmen der Kundalini-Erweckung, kann man seine Chakren leistungsfähiger machen und größere Energiemengen zur Steigerung des Wohlbefindens aufnehmen.
Mit Hilfe der Mantras lassen sich die Chakren sicher «anschalten» und mit mehr Energie betreiben. Wenn wir ein Sanskritmantra üben, erhöhen wir die Leistungsfähigkeit der Chakren. Es ist so, als könne eine 25-Watt-Glühbirne plötzlich 50 Watt, 100 Watt, 1000 Watt leisten. Die Kraft der Mantras stammt nicht aus irgendeiner besonderen Bedeutung der Silben, sondern aus der Vibration, die sie erzeugen, wenn sie wiederholt ausgesprochen werden.
Wenn wir ein Mantra aussprechen, verursachen wir eine wirkungsvolle Schwingung, die sowohl einer besonderen spirituellen Energieebene als auch einem Bewußtseinszustand wesenhaft entspricht. Die Schwingung des Mantras überlagert langsam sämtliche kleinere Schwingungen, bis sie schließlich völlig integriert sind. Nach einer gewissen Zeit, die von Mensch zu Mensch variiert, hat die Woge des Mantras alle anderen Schwingungen innerhalb der einzelnen Organe und Systeme untereinander harmoniert. Schließlich befindet sich die betreffende Person in völligem Einklang mit der Energie und dem Geisteszustand, den das Mantra verkörpert und vermittelt.
Wir produzieren bei der Mantrarezitation Schallwellen, die unser Befinden ändern. Wird ein spezielles Mantra über längere Zeit hinweg geübt, werden dadurch der physische Körper, die Chakren und alle Elemente des feinstofflichen Körpers in eine etwas andere Schwingung versetzt.
Thomas Ashley-Farrand, Heilende Mantras

